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DAS LAND
Geographische und politische Lage: Die Lage am Schnittpunkt der drei Kontinente Asien, Europa und Afrika macht die Türkei in geopolitischer Hinsicht zu einem der strategisch wichtigsten Länder der Welt. Das Land verfügt über die kürzeste Transitstrecke zu Land und bildet eine Brücke zwischen den östlichen und westlichen Zivilisationen. Die Nachbarn der Türkei, die das Zentrum von wichtigen Wander- und Handelsrouten bildet, sind im Osten Georgien, Armenien, Nachitschevan und der Iran, im Westen Bulgarien und Griechenland und im Süden Syrien und der Irak.
Die Türkei ist dem Schwarzen Meer, dem Mittelmeer und der Ägäis über drei Seiten verbunden. Das Marmarameer, die Dardanellen und der Bosporus sind besondere Markensteine der türkischen Geographie.
Die Türkei ist Mitglied verschiedener Organisationen wie der Vereinten Nationen, des Nordatlantischen Pakts (NATO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-wicklung (OECD), der Organisation für Sicherheit und Zu-sammenarbeit in Europa (OSZE), der Welt-Handelsorganisa-tion (WHO), der Islamischen Konferenz, der Organisation für Wirtschaftliche Kooperation im Schwarzmeerraum und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit; gleichzeitig führt die Türkei Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union (EU).
Fläche und Oberflächenformen: Die Türkei befindet sich zwischen den 36º-42º nördlichen Breitengraden und den 26º-45º östlichen Längengraden. Sie hat eine Fläche von 783.602 km² und ist mit Ausnahme des Irans grösser als alle ihre Nachbarn und auch grösser als alle europäischen Länder mit Ausnahme der Russischen Föderation. 3% der Fläche der Türkei liegt in Europa und heisst Thrazien; 97% der Fläche dagegen liegt in Asien und wird als Anatolien bezeichnet. Der Zeitunterschied zwischen Osten und Westen beträgt 76 Minuten. Die territorialen Grenzen haben eine Länge von 2.875 km; die Meeresgrenzen sind dagegen 8.333 km lang.
In der Türkei gibt es alle Arten von geologischen Oberfläch-enformationen jeden Alters. Sie ist ein hochgelegenes und bergiges Land. Mit einer Durchschnittshöhe von 1.132 m ist sie höher gelegen als Asien, der mit 1.010 m durchschnitt-lich höchstgelegene Kontinent. Der Norden und der Süden sind von hohen Bergen umlagert. Im Norden bestimmen die längs des Schwarzen Meers verlaufenden Nordanatolischen Berge, und im Süden das Taurusgebirge den hochgelegenen Charakter der Türkei. Den höchstgelegenen Punkt der Nord-anatolischen Berge bildet die Kaçkar-Spitze, gefolgt von den Bergen Ilgaz und Köroğlu. Im Marmaragebiet befinden sich die Berge Uludağ und Tekirdağ sowie die Istranca- und Samanlı-Berge, im Ägäischen Gebiet die Berge von Kozak, Yunt und Aydın, in Zentralanatolien die Berge Kızıldağ, İdris, Elma, Hasan und Ayaş, und in Südostanatolien die Berge Karacadağ, Raman und Sof. Der Ağrı-Berg, mit 5.137 m der höchste Berg der Türkei, und der Berg Süphan, ein erlosch-ener Vulkan mit Berg Nemrut und Alacadağ, befinden sich in Ostanatolien.
Die Türkei verfügt über sehr ergiebige Tiefebenen; dazu gehören an erster Stelle in der Schwarzmeerregion die Ebe-nen von Bafra, Çarşamba und Merzifon, in Zentralanatolien die Ebene von Konya, in der Mittelmeerregion die Çukurova, in Südostanatolien die Ebene von Muş und im Ägäischen Gebiet die Ebenen von Bakırçay, Gediz und dem Grossen und Kleinen Menderes.
Die Türkei befindet sich über einem der grössten Erdbeben-gürtel der Welt, der von den Alpen bis zum Himalaya reicht. Entlang der Nordanatolischen Verwerfung gab es seit 1939 bis heute acht grosse Erdbeben.
Das Klima: In der Türkei, die in den gemässigten Klimazonen liegt, kann man gleichzeitig vier Jahreszeiten erleben.
Ausser dem gemässigten Klima ist auch das mediterrani-sche Klima für die Türkei bestimmend. Aber seine Lage im östlichen Mittelmeer und die Höhenunterschiede im Land sorgen dafür, dass die Türkei wesentlich niederschlags-reicher ist als die trockenen subtropischen Zonen.
In Abhängigkeit von der Entfernung vom Meer, von der Hö-he über dem Meeresspiegel oder von der Nähe von Gebir-gen gibt es zwischen den Regionen erhebliche klimatische Unterschiede. In der Mittelmeerregion, im Ägäischen Gebiet und in der südlichen Marmararegion ist das mediterranische Klima mit seinen heissen und trockenen Sommern und den milden und niederschlagsreichen Wintern bestimmend. In der Schwarzmeerregion herrscht ein noch milderes und nie-derschlagsreicheres Meeresklima vor. In den inneren Re-gionen sieht man ein Steppenklima mit heissen und nieder-schlagsarmen Sommern und schneereichen und kalten Wintern. In der ostanatolischen Region sind die Sommer kühl und die Winter sehr kalt und schneereich. In der süd-ostanatolischen Region sind die Sommer heiss und trocken und die Wintermonate gemässigt kalt.


