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Umweltschutz
Die Schweiz ist dicht besiedelt und wirtschaftlich hochentwickelt. Das Land wurde deshalb schon früh mit Umweltproblemen konfrontiert. Verschmutzte Gewässer, schlechte Luft, Umweltgifte und eine schleichende Verarmung der Natur manifestierten sich als Kehrseite der Wirtschaftsbooms ab den 1950er Jahren.
In der Folge traten strenge Umweltgesetze in Kraft. Sie förderten die Entwicklung sauberer Techniken und Verfahren, die heute in aller Welt zum Einsatz kommen. Mit ihrer Erfahrung, Know-how und Technologie kann sich die Schweiz bei der Lösung mancher Umweltprobleme nützlich machen.
Im eigenen Land bleibt indessen noch einiges zu tun. Zu den grössten Herausforderungen zählen zurzeit die drastische Senkung der Treibhausgasemissionen und die Notwendigkeit, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen
Haushalt- und Gewerbeabfälle
Das Recycling (Wiederverwertung) von Abfällen ist in der Schweiz von grosser Bedeutung. Die Bevölkerung wird dazu angehalten, soviel Haushaltabfall wie möglich getrennt vom Hauskehricht an den dafür vorgesehenen Stellen zu entsorgen. Da in vielen Kantonen eine volumenabhängige Gebühr auf den Abfallsäcken erhoben wird, ist das Recycling eine kostensparende und willkommene Massnahme. Da hierfür keine Kosten erhoben werden, kann so das Volumen der kostenpflichtigen Abfallsäcke reduziert werden.
Die Schweizer sind denn auch "Weltmeister" in dieser Disziplin: 2003 wurden 47% aller Haushaltabfälle rezykliert. Davon waren 70% Papier und Karton, 95% Glas, 71 % PET-Flaschen, 85% – 90% Aludosen sowie 75 % Stahl- oder Weissblech (z.B. Konservendosen).
Es sind allerdings nicht nur private Haushalte involviert; auch Unternehmen wie die Schweizerischen Bundesbahnen SBB sammeln jährlich grosse Mengen in ihren Zügen ein, wie die nachfolgenden Zahlen eindrücklich belegen:
•2.5 Millionen PET-Flaschen; Gesamtgewicht 65'000 kg.
•2 Millionen Aludosen, Gesamtgewicht 29'000 kg. (Recycling spart hier z.B. ein Äquivalent von 116 Tonnen Bauxit, dem Rohstoff zur Herstellung des Aluminiums, sowie 80% der Energie, die zur Herstellung neuer Aludosen benötigt würde.)
•Rund 1 Million Glasflaschen – Gesamtgewicht 190 Tonnen.
•3'608 Tonnen Altpapier (Zeitschriften und Zeitungen).
Kehrichtverbrennung: Hochtechnologie für die Umwelt
Seit Januar 2000 müssen alle brennbaren Abfälle, die nicht wiederverwertet werden können, in speziellen Kehrichtverbrennungs-Anlagen (KVA) verbrannt werden. Im Jahre 2004 erreichte die Kapazität der KVA 3,29 Millionen Tonnen. Dies bedeutet, dass keine brennbaren Abfälle mehr in Deponien gelagert werden müssen.
Die Kehrichtverbrennungs-Anlagen verfügen heute über sehr ausgeklügelte Filtersysteme. Die Luft wird bei der Verbrennung der Abfälle kaum mehr belastet.
Die meisten Kehrichtverbrennungs-Anlagen produzieren auch Energie. Die Energieleistung aller 28 Schweizer KVAs reicht für die Stromversorgung von 250'000 Haushalten. Dies bedeutet, dass 215'000 Tonnen weniger Heizöl importiert werden müssen.


