Info Menü
Geschichte
Schweizer Geschichte
Die geografische Lage beeinflusst Geschichte und Entwicklung der Schweiz. Benachbarte Völker und Staaten kämpfen in verschiedenen Epochen um das Land: Römer, Alemannen, Habsburger, Österreich-Ungarn oder Frankreich unter Napoleon.
Der Staat Schweiz entwickelt sich über die Jahrhunderte hinweg aus einem losen Zusammenschluss der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden (Rütlischwur 1291) zum heutigen aus 26 Kantonen bestehenden Bundesstaat.
Es gibt Zeiten, in denen der lose Staatenbund wegen der unterschiedlichen Interessen der Mitglieder auseinander zu brechen droht.
Die Schaffung der ersten bundesstaalichen Verfassung 1848 festigt den Willen der Kantone zur dauerhaften Zusammenarbeit zugunsten des Gemeinwohls und fördert die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Prähistorische Zeiten
Die ältesten Spuren, die von menschlicher Existenz in der Schweiz zeugen, stammen von vor ca. 150'000 Jahren – und das älteste in der Schweiz gefundene Werkzeug aus Feuerstein ist ca. 100'000 Jahre alt.
Die ältesten landwirtschaftlichen Siedlungen wurden in Gächlingen (Kanton Schaffhausen) gefunden. Es wird geschätzt, dass sie bereits 5'300 vor Christi Geburt in Betrieb waren.
Erstes Metall (Kupfer) wurde in der Schweiz um 3800 v.Chr. hergestellt. Bronze folgte ca. 1'500 Jahre später. Die Eisenverarbeitung begann in der Schweiz um 800 v.Chr.
Uebersicht
Das Territorium der heutigen Schweiz durchlief eine ähnliche Entwicklung wie das übrige Europa.
Die ersten Jahrhunderte waren geprägt von Migrationsbewegungen (Epoche der Völkerwanderung). Dies führte dazu, dass das Gebiet der heutigen Schweiz von verschiedenen Völkern besiedelt wurde.
Das Christentum, das bereits von den Römern eingeführt worden war, breitete sich allmählich aus – vorwiegend durch Missionare. Die Kirche mit ihren Bistümern und Klöstern wurde zu einer wichtigen Landbesitzerin. Mit dem Land besass die Kirche auch das Recht, über die Menschen, die ihr Land bewohnten und bewirtschafteten, zu bestimmen. Gleichzeitig vermehrten adlige Familien ihre Macht durch Eroberungen, Erbschaften und geschickte Heiratspolitik.
Für eine kurze Zeit kontrollierte der Frankenkönig Karl der Grosse einen bedeutenden Teil Westeuropas und gab sich im Jahre 800 den Titel ‚Kaiser des Westens’. Jedoch auch unter Karl dem Grossen gab es noch keine eigentliche Staatsidee. Auf jeder einzelnen Stufe der Gesellschaft basierten die Beziehungen zwischen Schwächeren und Stärkeren auf persönlichen Abhängigkeiten. Der Kaiser regierte über ein Netzwerk von adligen Familien. Während dieser Zeit waren die Machtverhältnisse zwischen Königen, Herzögen und der Kirche ständigen Änderungen unterworfen, da alle Parteien bemüht waren, ihre Privilegien zu erhalten oder auszubauen.
Eine weitere Machtebene kam 962 dazu, als der deutsche König Otto I. den Papst dazu überreden konnte, ihn zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zu ernennen.
Vom Staatenbund zum Bundesstaat
Der Grundstein für die moderne Schweiz wurde im 19. Jhd. gelegt. Das wichtigste Ereignis war zweifellos die Annahme der Verfassung von 1848, welche dem Land eine zentralistischere Form gab und einen einzigen Wirtschaftsraum bildete, der den kantonalen Rivalitäten ein Ende setzte und so eine wirtschaftliche Entwicklung ermöglichte.
Unter anderem schaffte die neue Regierung die internen Zölle ab, vereinheitlichte Währung Masse und Gewichte und monopolisierte das Postwesen.
Diese Voraussetzungen ermöglichten die Entwicklung verschiedener Industriezweige und Dienstleistungen (Chemie-, Maschinen-, Nahrungsmittelindustrie und Bankwesen), die bis heute Eckpfeiler der Schweizer Wirtschaft sind.
Trotz dieser Fortschritte war das 19. Jhd. eine schwierige Zeit für viele Menschen in der Schweiz. Armut, Hunger und schlechte Arbeitsaussichten führten zu einer Auswanderungswelle, u.a. nach Nord- und Südamerika.
Die Schweiz im 20. Jahrhundert
Das 20. Jhd. war allgemein geprägt von einer Reihe markanter Entwicklungen auf den unterschiedlichsten Gebieten.
Innenpolitisch fand ein Wandel in Richtung Mehrparteiensystem statt. Während zu Beginn des Jahrhunderts eine Partei alle Posten in der Regierung (Bundesrat) besetzt hielt, waren Ende des Jahrhunderts vier Parteien im Bundesrat vertreten.
Auch wirtschaftlich gab es riesige Veränderungen. Das Agrarland Schweiz entwickelte sich zu einem Industriestaat, was zur Folge hatte, dass mehr Menschen ein - als auswanderten.
Der Lebensstandard der meisten Schweizer/-innen erhöhte sich beträchtlich. Die Arbeitsbedingungen und die soziale Sicherheit wurden immer besser und das Warenangebot immer reichhaltiger.
Mit der Entwicklung der Exportwirtschaft änderte sich auch das Verhältnis zu Europa und dem Rest der Welt.
Politisch blieb die Schweiz zwar neutral – sie beteiligte sich nicht aktiv an den beiden Weltkriegen - die Neutralität war jedoch immer wieder Gegenstand heftiger Diskussionen. Vor allem die Fragen nach der Europäischen Integration der Schweiz und der allgemeinen Globalisierung stellten das Abseitsstehen der Schweiz immer wieder in Frage.


