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Die Bevölkerung
Die Vielsprachigkeit, das steigende Durchschnittsalter und der hohe Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Gesamtbevölkerung zeichnen die Bevölkerungsentwicklung der Schweiz aus.
Von den rund 7.6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern haben über 21% keinen Schweizer Pass. Dieser Anteil schwankt zwischen 8% in ländlichen Kantonen wie Uri und 38% im Kanton Genf.
Der Altersdurchschnitt steigt, weil die Menschen länger leben und weniger Kinder haben. In der Schweiz werden vier offizielle Landessprachen und zahlreiche Dialekte gesprochen.
SPRACHEN INDER SCHWEIZ
Deutsch
In der deutschsprachigen Schweiz lebt die Mehrheit der Bevölkerung. In 18 von 26 Kantonen spricht man vorwiegend schweizerdeutsche Dialekte.
Französisch
Im Westen des Landes, in der Suisse romande, spricht man Französisch. 4 Kantone sind französischsprachig: Genf / Waadt / Neuenburg /Jura. 3 Kantone sind zweisprachig: in Bern, Freiburg und im Wallis spricht man Deutsch und Französisch.
Italienisch
Im Tessin und in 4 südlichen Tälern Graubündens wird Italienisch gesprochen.
Rätoromanisch
Der Kanton Graubünden ist mehrsprachig. Man spricht dort Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch. Die Rätoromanen sind mit 0,5% der Bevölkerung die kleinste Schweizer Sprachgruppe. Innerhalb dieser Gruppe gibt es fünf resp. sechs verschiedene Sprachen: Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader. Seit 1982 gibt es zusätzlich das Rumantsch Grischun, das ein sprachlicher Kompromiss zwischen den fünf rätoromanischen Sprachen ist.
Zur Sprachenvielfalt tragen ausserdem die vielen in der Schweiz wohnenden Ausländer/-innen bei. Es gibt in der Schweiz immer mehr Menschen, deren Muttersprache keine der vier 'Schweizersprachen' ist.
Sprachen in der Schweiz Quelle: Bundesamt für Statistik 2002
Deutsch 63.7% ,
Französisch 20.4% ,
Italienisch 6.5% ,
Rätoromanisch 0.5% ,
Andere 9 %
FRAUENRECHTE : Gleichstellung
Die formelle Gleichstellung ist heute in der Schweiz zum grössten Teil erreicht. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist seit 1981 in der schweizerischen Verfassung verankert und 1988 wurde das Eidg. Büro für die Gleichstellung der Geschlechter eingerichtet.
Seit 1996 ist ein Gleichstellungsgesetz in Kraft, das unter anderem jegliche Form der Diskriminierung im Bereich der Erwerbsarbeit verbietet.
Wenn man bedenkt, dass die Schweizer Frauen erst 1971 das Stimm- und Wahlrecht erhielten, haben sie in kurzer Zeit zumindest auf dem Papier viel erreicht. Die tatsächliche Gleichstellung wird jedoch durch viele Schwierigkeiten behindert.
FAMILIENLEBEN
Familien werden in der Schweiz relativ spät gegründet. Die Frauen sind bei der Eheschliessung im Durchschnitt 29 und die Männer über 30 Jahre alt. Häufig wird, wenn überhaupt, erst geheiratet, wenn das erste Kind unterwegs ist.
Die Zeit der Grossfamilien ist vorbei: heute ist die Kleinfamilie mit einem bis zwei Kindern die Norm. Mehr Kinder können sich viele junge Paare finanziell kaum leisten, denn grosse Wohnungen sind teuer und günstige Betreuungsmöglichkeiten selten.
Religiöse Landschaft
Die christlichen Kirchen haben in den letzten Jahren viele Mitglieder verloren.
In einer umfassenden Umfrage, die im Jahr 2000 durchgeführt wurde, sagten nur 16% der Befragten, Religion sei für sie sehr wichtig. Viel wichtiger waren Familie, Arbeit, Sport oder Kultur. Eine weitere Studie, die im selben Jahr publiziert wurde, kam zum Schluss, dass die Zahl der regelmässigen Kirchgängerinnen und -gänger in 10 Jahren um 10% zurückgegangen ist. Von den Katholiken sagten 38,5%, sie gingen nicht mehr in die Kirche, bei den Protestanten waren es gar 50,7%. Trotz der grossen Kirchenabstinenz erklärten immerhin 71% der Befragten, grundsätzlich an Gott zu glauben.
Die beiden Hauptreligionen Katholizismus und Protestantismus dominieren auch gemäss neuesten Statistiken das religiöse Leben in der Schweiz. Auffallend ist in den 1990-er Jahren die grosse Zunahme von Menschen, die dem Islam angehören. Im Vergleich mit den Angaben der Volkszählung von 1990 hat sich die Zahl Musliminnen und Muslime bis im Jahr 2000 verdoppelt. Diese Zunahme ist vor allem auf die Zuwanderung aus den ehemals jugoslawischen Republiken zurückzuführen. Ebenfalls deutlich angestiegen ist die Anzahl Menschen, die keiner Religion angehören.
Schokoladenpioniere : François-Louis Cailler
Die älteste Schokoladefabrik, die bis heute in Betrieb ist, steht in der Nähe von Vevey (VD). Sie wurde 1819 von François-Louis Cailler (1796-1852) errichtet, der sich in Turin zum Confiseur hatte ausbilden lassen. Cailler gelang es, einige Prozesse in der Schokoladeherstellung zu automatisieren, wodurch die Schokolade allmählich erschwinglich wurde.


