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Oper und Ballett

Nach der Ausrufung der Republik begann man, die polyphone Musik in der Türkei zu verbreiten. Die Oper wurde als höchste Musikausprägung angesehen, und so bemühte man sich, eine türkische Oper zu gründen. 1930 wurde in İstanbul der Opernverein gegründet, der 1934 Verdis Oper ‘La Traviata’ in Szene setzen liess. Im selben Jahr wurde in Anwesenheit von Atatürk und des persischen Schahs Reza Pahlevi mit Erfolg die von Ahmed Adnan Saygun kompo-nierte Oper ‘Özsoy’ in Szene gesetzt, die in der Geschichte der türkischen Oper ein bedeutender Wendepunkt war. Mit Eröffnung des akademischen Jahrs 1936 des Staatlichen Konservatoriums in Ankara wurde die Bühne des Konser-vatoriums eröffnet, auf der die Studenten der Abschluss-klasse ihre Aktivitäten zur Gründung einer Oper diszipliniert und zügig vorantrieben. Bei der Entwicklung der Oper leis-teten der aus Deutschland kommende berühmte Komponist Paul Hindermith und der Opern-Regisseur Carl Ebert wichtige Beiträge. Schliesslich konnten 1940 die jungen Studenten als Pioniere der türkischen Oper einen ersten Opernabend inszenieren.

Der erste Teil dieser auf Türkisch gegebenen Vorstellung bestand aus Mozarts Singspiel ‘Bastien und Bastienne’ und der zweite Teil aus dem zweiten Akt von Puccinis ‘Madame Butterfly’. 1941 folgten der zweite Akt von Puccinis ‘Tosca’ und ‘Madame Butterfly’ in voller Länge, gefolgt von Beethovens ‘Fidelio’.

Die erste türkische Ballettschule mit einem offiziellen und akademischen Charakter wurde 1948 mit staatlicher För-derung in İstanbul eröffnet. Diese Schule zog 1950 nach Ankara und wurde dem Staatlichen Konservatorium zuge-ordnet. Zur Eröffnung der Ballettschule wurde bereits 1947 während der Vorbereitungsphase die Gründerin des Eng-lischen Königlichen Balletts, Dame Ninette de Valois, ein-geladen; ihre Verdienste um das türkische Ballett waren bedeutend. Die erste Vorstellung der Abteilung für Ballett des Staatlichen Konservatoriums in Ankara bestand aus den Balletten ‘Pastorale Suite’ und ‘Keloğlan’ mit der Musik von Ulvi Cemal Erkin und der Chereographie von Joy Newton.

Es folgten ‘El Amor Brujo’, eine vollständige Aufführung von ‘Coppelia’ und das originale Ballett ‘Çeşmebaşı’, in dem mit Ferit Tüzüns Musik und der Inszenierung von Valois tür-kische Folklore und Ballettmusik eine Synthese eingingen.

Die staatliche Oper und das Ballett arbeiteten im Rahmen eines Gesetzes vom 16. Juni 1949 die Gründung eines staatlichen Theaters betreffend. 1968 trennten sich Oper und Theater und erhielten 1970 eigene Ämter für ihre Be-treuung.

Die Generaldirektion für staatliche Opern und Ballette hat ihren Hauptsitz in Ankara und hat in İstanbul, İzmir, Mersin, Antalya und Samsun Provinzialvertretungen, die eigene Opernhäuser betreuen.

Die moderne Tanzgruppe als Teil der Staatlichen Oper und des Balletts ist eines der neuen Ensembles, das die Universalität der Bühnenkunst dokumentiert. Die Opern und Ballette unterhalten Kinderchöre und Ballettschulen, um die Künstler bzw. Kunstinteressierten heranzubilden. In diesem Rahmen ist die 2009 eröffnete ‘Kinder- und Jugendabteilung
Leyla Gencer’ die erste ‘Kinderoper und -Ballett, was auf der Welt ein selten anzutreffendes Beispiel darstellt.