VERANSTALTUNGEN - PROJEKTE

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Ansprache von Dr. Kahraman Tunaboylu
an der Versammlung vom 22 Oktober 2011 auf der Rathausbrücke,
Zürich
Sehr geehrte Damen und Herren, unsere Schweizerischen
Freunde
Wir sind heute hier versammelt in erster Linie um unserem
Trauer und
unserer Beunruhigung über die letzten Terroranschläge der
PKK in der
Türkei Ausdruck zu geben. Wir verurteilen diese Terrorakte.
Wir sind der
Meinung, dass gewisse Kreise daran glauben durch solche
unmenschlichen
Aktionen ihre Ziele zu erreichen. Dabei begründen sie ihre
Taten dadurch,
dass sie in der Türkei ungerecht behandelt und
diskriminiert werden. Um
die Wahrheitsgehalt solcher Behauptungen zu klären, muss
man in der
Geschichte der Türkei bis zur Gründung der Türkischen
Republik
zurückblicken.
Bei der Gründung der Türkischen Republik hat auch die
Schweiz eine wichtige
Rolle gespielt, da der Friedensvertrag zwischen der Türkei und den
Siegermächten des ersten Weltkrieges am 24. Juli 1923 in
Lausanne
abgeschlossen wurde. Dieser Vertrag bildet die
international anerkannte
Urkunde der Gründung der Türkischen Republik. Damit sind
alle alten
Streitigkeiten des Osmanischen Reiches mit anderen Staaten
abgeschlossen.
Seither hat die Türkei in dieser strategisch sehr
kritischen Region zur
Erhaltung des Friedens und Stabilität signifikant
beigetragen.
Im Vertrag von Lausanne ist auch die Frage der Minderheiten
geregelt.
Danach wurden die Kurden nicht als Minderheit, sondern als
gleichberechtigte
Bürger der Türkischen Republik (mit gleichen Rechten und
Pflichten)
anerkannt. Die Türkische Identität ist nicht durch
ethnische Zugehörigkeit,
sondern durch gemeinsame Geschichte, Kultur und Interessen
definiert, wie
dies in der Schweiz, in europäischen Ländern, sowie in USA
definiert wird.
Dies hat auch einen historischen Hintergrund. Die Türken
und die Kurden
leben seit über 1000 Jahren, seit dem Abbasidischen Reich
im Irak, Iran,
Syrien und Türkei zusammen. Da die beiden Völker den
gleichen Glauben
hatten, haben sie untereinander geheiratet und sich
vermischt. Sie haben
eine Schicksalsgemeinschaft gebildet. Sie haben sich
gemeinsam gegen die
Mongolenstürme, gegen Byzantinisches Reich und gegen die
Kreuzzüge
gewehrt. Zuletzt haben die Türken und Kurden gemeinsam im
ersten
Weltkrieg an den Dardanellen und im Osten gegen die
Alliierten gekämpft.
Auch im Freiheitskrieg haben die Türken und Kurden im Süden
der Türkei
gegen die gemeinsamen Feinde gekämpft. Es gab und es gibt
keine
rassistische Diskriminierung in Vergangenheit und heute.
Die beiden Völker
sind historisch miteinander verschmolzen, sie sind Brüder.
Sie sind heute im türkischen Parlament durch mehrere
Nationalräte vertreten.
Es gab Staatspräsidenten, Ministerpräsidenten und Minister mit kurdischer
Abstammung. Auch im Militär haben sie die höchsten Posten
bekleidet. Das
hat die Türken nicht im Geringsten gestört.
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